FIFL GmbH Ingenieur- und Planungsbüro für Fördertechnik und Logistik sowie Unternehmensberatung in Stuttgart

Benchmarking von Distributionszentren

Im Jahre 2006 ist der Verein Intralogistik-Netzwerk BW e.V. gegründet worden, unter anderem mit der Zielsetzung, die Kernkompetenzen im Bereich Intralogistik Baden-Württemberg zu einem Netzwerk zusammen zu führen und aus gemeinsamer Diskussion mit Anwendern von Intralogistiktechnologie und Herstellern gemeinsame Projekte, die durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert werden, abzuwickeln. Eines dieser Projekte ist das Projekt EfProTec - effiziente Prozesse und Technologie in der Intralogistik.
Aufgabenstellung ist es, ein praktikables Benchmarking-System zu entwickeln, mit dessen Hilfe unterschiedliche Intralogistiksysteme verglichen werden können. Das Konsortium für die Bearbeitung des Projektes sehen Sie in folgender Auflistung:

  • Adolf Würth GmbH & Co. KG
  • Transpharm GmbH (ratiopharm Gruppe)
  • Kaufland Stiftung & Co. KG
  • Koch, Neff & Volckmar GmbH
  • MLOG Logistics GmbH
  • Protema Unternehmensberatung GmbH
  • FIFL GmbH
  • Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT), Universität Stuttgart
  • Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL), Universität Karlsruhe
  • Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Logistik (ABWL), Universität Mannheim
  • Institut für Automatierungs- und Softwaretechnik (IAS), Universität Stuttgart
  • Institut für Arbeitswirtschaft und Technologiemanagement (IAT), Universität Stuttgart
  • Bereich Informationslogistik, Hochschule für Technik, Stuttgart

Die Aufgabenverteilung unter den Partnern zeigt folgende Abbildung:

Benchmarking von Distributionszentren am Beispiel EfProtec

Durch die Mischung zwischen Industrie- und Forschungspartnern werden unterschiedliche Projektperspektiven verfolgt. Aufgabe der Wissenschaft ist es,

  • bestehende Benchmarking-Systeme zu analysieren und zu bewerten,
  • sowie am Beispiel von Systemen der Distributionslogistik neue wissenschaftliche Methoden und Modelle zur Analyse, Bewertung und Optimierung von Intralogistiksystemen zu entwickeln und zu erproben

Aus Sicht der beteiligten Industriepartner sind folgenden Fragestellungen zu beantworten:

  • Wie effizient arbeitet das individuelle Logistiksystem im Vergleich zu anderen?
  • Welche Schwachstellen können identifiziert werden?
  • Welche Lösungsansätze zur Verbesserung der Abläufe und Effizienz können erarbeitet werden?

Gemeinsame Zielsetzung ist, ein praktikables Benchmarking-System zu erarbeiten. Die Gesamtprojektleitung im Projekt hat Dr.-Ing. Klaus-Peter Rahn, FIFL GmbH, übernommen.

Um die Aufgabenstellung lösen zu können, wurde folgende Vorgehensweise gewählt:

1. Standortanalyse auf Basis für das geplante Kennzahlen- und Benchmarking-System im Hinblick auf

  • Prozesse,
  • Technologien,
  • Strategien,
  • Organisationen,
  • Kennzahlen.

2. Auswertung der erhobenen Daten (fachbezogene Auswertung der beteiligten Institute).
3. Erarbeitung industriepartnerbezogener Individualergebnisse.
4. Darstellung des betrachteten Logistiksystems zum Zeitpunkt der Analyse.
5. Fachbezogene Schwachstellenanalyse.
6. Mögliche Verbesserungsansätze und
7. Aufzeigen strategischer Standortoptionen.

Der Untersuchungsgegenstand für den Aufbau des Benchmarking-Systems wird in der Prozesskette Warehouse gemäß dieser Abbildung dargestellt:

Prozesskette Warehouse


Projektergebnis

Im Verlauf des Projektes wurde die EfProTec-Benchmarking-Pyramide erarbeitet, die das Benchmarking nach 4 unterschiedlichen Ebenen unterteilt:

  • Ebene 1: Festlegung von TOP-Level-Kennzahlen,
  • Ebene 2: Integration des Distributions-Center-Referenz-Modells (Universität Karlsruhe) auf Aufgaben- und Kostenebene,
  • Ebene 3: Prozesse als Basis der Vergleichbarkeit logistischer Systeme bis hinunter zur
  • Ebene 4: auf Aktivitätenebene, der detaillierten Darstellungsebene zur Identifizierung von Schwachstellen

Benchmarking Pyramide

Dieser Pyramidenform (siehe Abb.oben) folgend wurde das Benchmarking-System EfProTec (siehe Abb. unten) erarbeitet, welches, ausgehend von den unterschiedlichsten Daten und Analyseergebnissen bei den Industriepartnern, den Aufbau des Gesamtsystems (von Erzeugung des Referenzmodells über Kennzahlensysteme und Best Practices bis zur Realisierung eines anwendungsbezogenen Konzeptes) hin zur Auswertungsebene, um die unterschiedlichen Vergleichsmöglichkeiten auch darstellen zu können.

Benchmarking-System EfProTec

Ergebnisse des Projektes werden dann in unterschiedlichen Auswertungen dargestellt. Im Folgenden einige Beispiele:

TOP Level Kennzahlen Benchmarking-System

Abbildung oben: TOP-Kennzahlen (exemplarisch)

Kennzahlensystem Logistikspinne

Abbildung oben: Graphische Visualisierung der Komplexität eines Logistiksystems.

Das Projekt (Laufzeit vom 01.07.2007 bis Ende 2008) liefert die Basis für das Angebot spezifischer Dienstleistungen der FIFL GmbH in Kooperation mit der Protema GmbH zum Thema Benchmarking und Warehouse-Logistik.

Derzeit wird die Basis des Benchmarking mit weiteren Partnern aus der Industrie (Betreiber von Distributionszentren) vergrössert und somit der Nutzen deutlich gesteigert . Der Nutzen für den Partner durch eine Projektteilnahme:

  • Kurzanalyse durch Externe und aufzeigen möglicher Schwachpunkte im eigenen System - Optimierungsanalyse,
  • Blick in andere Realisierung: wie werden ähnliche Aufgabenstellungen bei anderen Partnern realisiert?
  • Mitwirkung bei der Verbesserung und Optimierung des Benchmarking-Systems: mit jedem zusätzlichen Partner wird die Aussagefähigkeit des Systems verbessert, damit auch der Nutzen für den Benutzer.

Zusätzlich lassen sich aus dem Projekt heraus Ansätze für Best Practices in der Realisierung von Intralogistik, Organisationsformen und Anwendungen ableiten. Der Nutzen der Anwendung wird im Folgenden aufgezeigt:

  • Der Vergleich von Funktionsbereichen innerhalb eines Unternehmens (internes Benchmarking) gibt einen ersten Hinweis auf Verbesserungspotenziale.
  • Der unternehmensübergreifende Vergleich (externes Benchmarking) ermöglicht einen Vergleich mit Distributionszentren aus der gleichen Branche oder mit Best-in-Class-Unternehmen.
  • Der ganzheitliche Ansatz umfasst strategische, operative/ leistungsorientierte und kostenorientierte Komponenten.
  • Die standardisierte Sprache für die Beschreibung des Geschäftsmodells und des existierenden Distributionszentrums erleichtert die abteilungs-, standort- oder unternehmensübergreifende Diskussion und Analyse.