FIFL GmbH Ingenieur- und Planungsbüro für Fördertechnik und Logistik sowie Unternehmensberatung in Stuttgart

Entwicklung und Prototypbau einer Hubeinrichtung für die Beladung der fahrbaren Regalmodule in der KEP-Industrie
(Kurier - Express - Paketdienst)

Im Rahmen dieses Projektes wurde eine Hubeinrichtung für Transportfahrzeuge entwickelt und ein Prototyp der Hubeinrichtung gefertigt. Die Hubeinrichtung wurde in der Erstausführung speziell für die Be- und Entladung von Regalmodulen in der KEP- (Kurier-, Express- und Paketdienst-) Industrie konzipiert.
Das modulare Regalsystem wurde in einem Vorprojekt entwickelt und in mehreren Pilotversuchen bei verschiedenen Distributionsunternehmen getestet. Die Regale werden direkt am Ausgang aus der Sortiertechnik eines Verteilzentrums mit entsprechenden Sendungen beladen und künnen fertig bestückt in das Auslieferungsfahrzeug verladen werden.

Fahrbare Regalmodule mit der Anpassung an die Fahrzeugkontur

Bild 1+2: Fahrbare Regalmodule mit der Anpassung an die Fahrzeugkontur

Der Einsatz von fahrbaren Regalmodulen in der Praxis zeigte u.a. die Notwendigkeit einer fahrzeugeigenen und rampenunabhängigen Ladehilfe auf. Basierend auf diesem Ergebnis ist der Auftrag zur Entwicklung und Erprobung einer neuartigen Hubeinrichtung für die Daimler AG entstanden.

Folgende Bedingungen waren bei der Entwicklung der Hubeinrichtung zu beachten:

  • Eigengewicht darf nicht mehr als 150kg betragen,
  • Sicherstellung einer Tragfähigkeit von 500kg,
  • Gewährleistung der Verwendung der werksseitig eingebauten Anhängerkupplung,
  • Einfache, auch nachträgliche Montage ohne Bauartveränderung des Fahrzeugs,
  • Gestattung der Entladung von Paketen aus dem Fahrzeug durch die Hecktür,
  • Einfache Bedienbarkeit und geringe Rüstzeit,
  • Fertigstellung eines Prototypen innerhalb von 5 Monaten nach Projektstart und
  • Vorstellung des funktionsfähigen Prototyps im Rahmen von 2 Messen

Konzeptidee und Funktion:

In der Konzeptphase wurden zunächst Funktionsprinzip und Antriebssystem der Hubeinrichtung gewählt und ausgearbeitet. Dabei wurde die Hubplattform zweiteilig konzipiert und im Fahrzeuginneren, hinter der Hecktür, integriert. Im Betrieb werden die beiden Plattformhälften heraus geschwenkt, miteinander verbunden und können mit Hilfe einer Handsteurerung betätigt werden. Als Antriebssystem wurde ein Seiltrieb mit einer auf der Fahrzeugunterseite montierten Seilwinde gewählt.

Funktionsprinzip der Hubeinrichtung

Bild 3: Das gewählte Funktionsprinzip der Hubeinrichtung

Feinkonstruktion und Fertigungsunterlagen

In der zweiten Projektphase wurde das gewählte Lösungsprinzip konstruktionstechnisch umgesetzt. Dabei wurden alle Tragkomponenten und das Antriebssystem der Hubeinrichtung unter Berücksichtigung einer hohen Sicherheit ausgelegt und die ensprechenden Fertigungs- und Montagezeichnungen und Stücklisten erstellt.

Fertigungsunterlagen der Hubeinrichtung

Bild 4: Fertigungsunterlagen der Hubeinrichtung

Prototypumsetzung:

Die Hubeinrichtung wurde als Prototyp in einen Sprinter-Kleintransporter der DaimlerChrysler AG eingebaut und auf der Post Expo in Brüssel sowie der RAI in Amsterdam sehr erfolgreich vorgestellt. Dabei zeigte sich, dass für dieses System eine branchenübergreifende Nachfrage für den Transport unterschiedlicher Güter besteht. In Kombination mit den Regalmodulen ist somit ein Gesamtsystem entwickelt worden, welches den flexiblen, wirtschaftlichen Einsatz des Fahrzeugs für viele Einsatzfälle erlaubt. Das System ist für die DaimlerChrysler AG als Patent angemeldet.

Prototypausführung der Hubeinrichtung

Bild 5: Prototypausführung der Hubeinrichtung