FIFL GmbH Ingenieur- und Planungsbüro für Fördertechnik und Logistik sowie Unternehmensberatung in Stuttgart

Projektbeispiel Materialflussplanung

Aufgabenstellung:

Erstellung eines Konzeptes für die Modernisierung der Materialflusssimulation in einer Montagehalle unter Berücksichtigung der Umsetzung der staplerlosen Fabrik

1. Ausgangssituation

Das betrachtete Materialflusssystem (Zuführung und Entsorgung von Ladungsträgern einer Montagehalle im 3. Obergeschoss) verfügt über zwei Lastenaufzüge, die im Rahmen einer anstehenden Modernisierung durch ein ganzheitlich neues Konzept durch neue Technologien ersetzt werden sollen.

Die Versorgung der Montagehalle erfolgt heute durch Belieferung der Ladungsträger per Pritschen-LKW ins Erdgeschos, von dort mit dem Lastenaufzug in die 2. Etage(Montagewerk). Zusätzliche beladene Ladungsträger kommen aus der 1. Etage über den zweiten Lastenaufzug. Im Montagebereich gibt es einen zentralen Puffer für die beladenen Ladungsträger. Diese werden vor Anlieferung an die Montageplätze mit einem Trailer (Rollgestell) verheiratet und dann mittels Schleppzug und eigens hierfür konzipierten Anhängern den Montageplätzen zugeführt. Die Entsorgung der Ladungsträger verläuft in Analogie umgekehrt, wobei die Trailer immer in den Montagehallen verbleiben.
Das heutige Vorgehen erfordert sehr viel manuellen Handungsaufwand und erfordert zwangsläufig den Einsatz von Staplern.

2. Prämissen für die Neugestaltung des Materialflusssystems

Bei der Neugestaltung waren Rahmenbedingungen für die Auswahl des im Nachfolgenden dargestellten Konzeptes wichtig:

  1. ganzheitliche Betrachtung der vor- und nachgeschalteten Prozesse bei der Versorgung der Montagelinien,
  2. Integration von Pufferflächen für die Aufnahme von mindestens 10 unterschiedlichen Fertigungssequenzen, entsprechen ca. 60 Ladungsträgern,
  3. Reduzierung manuellen Handhabungsaufwandes bei der Verbindung zwischen Ladungsträger und Trailer,
  4. Vermeidung des Staplereinsatzes in der Montagehalle,
  5. Einsatz von Standardkomponenten (weitesgehend),
  6. Anlieferung der Ladungsträger im Erdgeschoss mit LKW Anhängern bleibt bestehen.

3. Darstellung der Planungsergebnisse

Darstellung der Planungsergebnisse einer Logistikplanung

Abbildung 1 zeigt das neu gestaltete Layout und den Einsatz der notwendigen technischen Komponenten. Herzstück des neuen Systems ist die Komponente 8, eine automatische Station, bei der die Trailer mit Hilfe eines Manipulators den Ladungsträgern zugeordnet werden. Nach Zuordnung werden die Behälter so lange auf einen Pufferplatz gefahren, bis die entsprechende Sequenz in der Montage abgerufen wird. Der Vertikaltransport erfolgt dann über neue C-Förderer, die die heutigen Lastenaufzüge ersetzen.

Weitere Details zeigt die Abbildung 2 in der Prozessdarstellung:

Prozessdarstellung

Situation in der Montagehalle

Situation in der Montagehalle

Die Ziehförderer transportieren die Ladungsträger aus Erdgeschoss und 1. Obergeschoss in einen Puffer, in dem 3 Sequenzen bereitgestellt werden können. Die Entnahme der Puffer erfolgt über eine angepasste Sonderkonstruktion (siehe Skizze a). Die Integration der Ladungsträger in den Versorgungsschleppzug erfolgt nach Vorgabe des Auftraggebers weiter manuell.

4. Zusammenfassung

Das Projekt zeigt ein Beispiel für eine Materialflussplanung, bei der, ausgehend von einem Modernisierungsansatz alter Technologien, weitere strategische Aspekte wie staplerlose Fabrik, sequenzgesteuerte Bereitstellung und Anlieferung der Ladungsträger für die Schleppzüge in ein ganzheitliches Konzept eingebettet werden können. Aufgrund der definierten Schnittstelle im Erdgeschoss (Übergang von manueller Fahrzeugentladung in das automatische System) können auch die vorgeschalteten Stationen in weiteren Stufen automatisiert werden, bspw. automatische Beladung der Pritschenwagen am Quellort und automatische Entladung in der Bereitstellung für die Montagebelieferung.